Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause bricht mit 35 Jahren SPD-Ära
Birgitta SchulzMünchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause bricht mit 35 Jahren SPD-Ära
Dominik Krause ist im März 2023 nach einem Stichwahlsieg zum neuen Oberbürgermeister Münchens gewählt worden. Mit 35 Jahren ist er der jüngste Regierungschef der Stadt seit Hans-Jochen Vogel im Jahr 1960. Sein Sieg beendet Jahrzehnte der SPD-Vorherrschaft und macht ihn zum ersten Grünen-Oberbürgermeister Münchens.
Krause betrat die lokale Politik erstmals 2014 als Stadtrat. Sein Wahlkampf konzentrierte sich auf die Bewältigung der Münchner Wohnungsnot, wobei er das Versprechen abgab, 50.000 neue Wohnungen zu bauen. Bereits in der ersten Wahlrunde schnitt er stark ab, bevor er den Amtsinhaber Dieter Reiter besiegte, dessen Wiederwahlchancen litten, nachdem er Vorstandsposten beim FC Bayern München nicht offenlegt hatte.
Krauses offene Homosexualität spielte in seinem Wahlkampf eine sichtbare Rolle – er übernahm selbstironisch den Spitznamen "BürGAYmeister". Sein Verlobter, ein Arzt, lernte er vor fast zwei Jahrzehnten in einem Tanzkurs kennen. Seine Wahl schafft zudem einen politischen Kontrast zu Markus Söder, dem CSU-Ministerpräsidenten Bayerns, auch wenn beide bei der Eröffnung des Oktoberfests 2023 gemeinsam das erste Fass anstechen werden.
Noch vor seinem Amtsantritt begann Krause bereits mit dem Übergang in die Rolle des Oberbürgermeisters. Zu seinen Prioritäten gehört die Wohnungsreform, doch mögliche Spannungen mit Söders Landesregierung könnten seine Amtszeit prägen.
Krauses Sieg lenkt Münchens politische Ausrichtung nach Jahren unter SPD-Führung um. Sein Fokus auf Wohnungsbau und progressive Positionen wird die ersten Monate seiner Amtszeit bestimmen. Nun bleibt abzuwarten, wie sich seine Politik neben der CSU-geführten bayerischen Landesregierung entwickelt.






