20 March 2026, 14:11

Münchens OB-Wahl: Krause fordert Reiter mit radikalen Wohnungs- und Verkehrsideen heraus

Altes Schwarz-Weiß-Foto einer belebten Straße in München, Deutschland, mit Fußgängern, Fahrzeugen und Fenstern an den Gebäuden, Bäumen im Hintergrund und Text unten.

Münchens OB-Wahl: Krause fordert Reiter mit radikalen Wohnungs- und Verkehrsideen heraus

Der Münchner Oberbürgermeisterwahlkampf nimmt an Fahrt auf, während der 35-jährige Dominik Krause Amtsinhaber Dieter Reiter herausfordert. Der Kandidat der Grünen, derzeit stellvertretender Bürgermeister, hat ehrgeizige Pläne für Wohnungsbau und Verkehr vorgelegt – falls er gewählt wird. Reiter hingegen sieht sich weiterhin mit Kritik an seiner Führungsrolle und nicht genehmigten Nebentätigkeiten für den FC Bayern konfrontiert.

Krause sitzt seit 2014 im Münchner Stadtrat und führte dort zuvor die Grünen-Fraktion, bevor er zum stellvertretenden Bürgermeister aufstieg. Seine politische Laufbahn war bisher von sowohl Anerkennung als auch Kontroversen geprägt, darunter seine Äußerung aus dem Jahr 2023, in der er das Oktoberfest als "größte Drogenszene der Welt" bezeichnete. In jüngster Zeit zeigt er sich jedoch traditioneller: Er präsentiert sich in Lederhosen und demonstriert sein Können beim Bierfassanstich.

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Sein Wahlprogramm, das "sofortige Maßnahmenprogramm", zielt auf dringende Veränderungen für München ab. Krause schlägt vor, bis 2025 durch vereinfachte Genehmigungsverfahren und die Umnutzung leerstehender Büros 20.000 neue Wohnungen zu beschleunigen. Im Verkehrsbereich plant er kostenlose MVV-Tickets für unter 18-Jährige, einen durchgehenden U-Bahn-Betrieb an Wochenenden ab Sommer 2025 sowie eine Verdopplung der Busfrequenzen zur Stoßzeit.

Sein Kontrahent Dieter Reiter gerät wegen seines Führungsstils und seiner nicht abgesegneten Tätigkeit für den FC Bayern zunehmend in die Schusslinie. Zwar wies er die Vorwürfe zunächst zurück, doch mittlerweile gibt er sich versöhnlicher – etwa durch die Verteilung roter Rosen und das Eingeständnis früherer Fehler. Krause hingegen inszeniert sich als kooperativen Führungstyp, kritisiert Reiters autoritäres Auftreten und wirbt für eine inklusivere Stadtverwaltung.

Ein besonders umstrittenes Thema ist Münchens Olympiabewerbung, die Krause trotz innerparteilicher Widerstände unterstützt. Seine Haltung unterstreicht seine Bereitschaft, notfalls gegen die eigene Partei zu stimmen.

Die Wahl wird entscheiden, ob Krauses Reformen im Wohnungs- und Verkehrssektor umgesetzt werden oder ob Reiter im Amt bleibt. Unabhängig vom Ausgang ist Krauses politische Karriere noch lange nicht beendet – mit 35 Jahren hat er fast ein Jahrzehnt Zeit bis zur nächsten Oberbürgermeisterwahl 2032. Das Ergebnis wird Münchens Herangehensweise an Stadtentwicklung und Regierungsführung in den kommenden Jahren prägen.

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