Stichwahl in Langenzenn: Ell oder Kimberger – wer führt die Stadt in die Zukunft?
Birgitta SchulzStichwahl in Langenzenn: Ell oder Kimberger – wer führt die Stadt in die Zukunft?
Langenzenns nächster Bürgermeister wird in Stichwahl am 22. März gewählt
Die beiden Kandidaten, Christian Ell (CSU) und Michael Kimberger (Grüne), haben ihre Visionen für die Zukunft der Stadt vorgestellt. Beide setzen sich mit zentralen Themen auseinander – von Wirtschaftswachstum über Infrastruktur bis hin zur Belebung des historischen Stadtkerns.
Die Wahl folgt auf jahrelange Debatten über große Vorhaben, darunter die umstrittene Schließung des Langenzerner Hallenbads. Nun müssen die Wähler entscheiden, wer die Stadt in den kommenden Jahren durch diese Herausforderungen führen soll.
Im Mittelpunkt des Wahlkampfs stehen vier Schwerpunkte: die Revitalisierung der Altstadt, die Unterstützung der Außenbezirke, die Sicherung der wirtschaftlichen Zukunft und die Bewältigung großer Infrastrukturprojekte. Besonders umstritten bleibt das Hallenbad, das seit 2022 wegen steigender Kosten und baulicher Mängel geschlossen ist. Während die SVP Subventionen ablehnte, setzten sich FDP und SP für eine Modernisierung ein. Eine kommunale Studie empfahl 2024 einen Neubau für 25 Millionen Franken. Nach einer Petition mit 1.200 Unterschriften Anfang 2025 bewilligte der Stadtrat im Dezember die Planungsmittel – eine Wiedereröffnung hängt jedoch von den noch ausstehenden Bauausschreibungen ab, die für nächstes Jahr erwartet werden.
Christian Ell verspricht, die Wirtschaft durch enge Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen und die Ansiedlung neuer Betriebe zu stärken. Zudem plant er, städtische Immobilien zu erhalten, ungenutzte Gebäude zu veräußern und die Lebensqualität im Zentrum für alle Altersgruppen zu verbessern. Um die Stadtteile zu stärken, unterstützt er alle zwei Jahre stattfindende Bürgerversammlungen auf Bezirksebene sowie finanzielle Förderung für Bürgerprojekte.
Michael Kimberger setzt auf transparente Haushaltsplanung für Infrastrukturvorhaben und betont präventive Instandhaltung, um künftige Probleme zu vermeiden. Um mehr Menschen in die Innenstadt zu locken, schlägt er vor, Volkshochschulkurse dorthin zu verlegen und Coworking-Spaces einzurichten. Für die Außenbezirke plant er regelmäßige lokale Treffen, damit Anwohner direkte Mitspracherechte bei Entscheidungen erhalten, die ihr Viertel betreffen.
Beide Kandidaten sind sich einig, dass der Dialog mit der Wirtschaft entscheidend ist. Während Ell sich als Hauptfürsprecher für wirtschaftliches Wachstum sieht, will Kimberger die Steuereinnahmen durch engere Bindungen zu Unternehmen steigern und Neuansiedlungen fördern.
Die Stichwahl am 22. März wird entscheiden, wer Langenzenn in die nächste Entwicklungsphase führt. Der künftige Bürgermeister steht vor unmittelbaren Aufgaben – von der Finalisierung der Pläne für das Hallenbad bis zur Umsetzung wirtschaftlicher und bezirksübergreifender Reformen. Trotz unterschiedlicher Ansätze verbinden beide Kandidaten gemeinsame Ziele in zentralen Fragen. Das Ergebnis wird maßgeblich prägen, wie die Stadt in den kommenden Jahren Wachstum, Infrastruktur und Bürgerbedürfnisse in Einklang bringt.






