27 April 2026, 04:14

Bayerns Energiewende droht zu scheitern – Stilllegung von Gaskraftwerken verschärft die Krise

Balkendiagramm, das die Stromerzeugung aus Wind und Solar in Deutschland zeigt, mit begleitendem erklärendem Text.

Bayerns Energiewende droht zu scheitern – Stilllegung von Gaskraftwerken verschärft die Krise

Bayern steht vor wachsenden Herausforderungen bei der Energiewende, da wichtige Kraftwerke stillgelegt werden sollen. Bis März 2023 plant Eon die Abschaltung einer seiner modernen Gasturbinen im oberbayerischen Irsching – mit der Begründung, sie sei mit den Zielen der deutschen Energiewende unvereinbar. Der Schritt unterstreicht die Schwierigkeiten des Freistaats, den Energiebedarf mit dem politischen Widerstand gegen erneuerbare Energien und Gas-Alternativen in Einklang zu bringen.

Die beiden Gasturbinen in Irsching kamen im vergangenen Jahr nur selten zum Einsatz und dienten lediglich der Netzstabilisierung. Selbst nach der Abschaltung des Kernkraftwerks Grafenrheinfeld rechnen Experten nicht mit einem erhöhten Bedarf an den Anlagen. Dennoch hinterlässt ihre Stilllegung eine Lücke in der bayerischen Energieversorgung.

Die Landesregierung blockiert seit Langem den Ausbau der Windkraft und verhindert den Bau neuer Windräder sowie Stromtrassen, die Ökostrom aus Norddeutschland nach Bayern bringen könnten. Zwar verfügt der Freistaat über die höchste Photovoltaik-Kapazität Deutschlands, doch auch Solarenergie bietet nur begrenzt Abhilfe. Gleichzeitig verlieren Gaskraftwerke wie jene in Irsching an Rückhalt, da Erdgas aufgrund von Lieferrisiken in kalten Wintern und der Konkurrenz durch Heizungsnachfrage als unzuverlässig gilt.

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Die Förderung von Schiefergas durch Fracking dürfte kaum Chancen haben – nicht zuletzt wegen des öffentlichen Widerstands, insbesondere von Seiten der einflussreichen bayerischen Brauereien, darunter auch Münchner Traditionsbetriebe. Angesichts geringer heimischer Gasvorkommen und fehlender Alternativen scheint die Fixierung der Regierung auf Gasturbinen eher dem Erhalt bestehender Anlagen zu dienen als einer umfassenden Reform der Energiepolitik.

Die Abschaltung der Irschinger Gasturbine im kommenden Jahr wird die ohnehin begrenzten Optionen Bayerns weiter verringern. Ohne Windkraftausbau, neue Gasprojekte oder gesellschaftliche Akzeptanz für Fracking bleibt die Energie-strategie des Freistaats ungewiss. Die Verantwortlichen stehen zunehmend unter Druck, tragfähige Lösungen zu finden, während traditionelle Energiequellen schrittweise verschwinden.

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